100 Jahre Frauenwahlrecht – Ziel erreicht?! – Schmitt-Bussinger zu Gast auf dem Neujahrsempfang der Schwabacher AsF

Vor über 100 Frauen sprach die Abgeordnete über Frauenwahlrecht, starke Frauen und Hosen im Parlament – es besteht noch immer Handlungsbedarf.

Am 12. November 1918, also vor fast genau 100 Jahren, war es endlich soweit. Nach jahrzehntelangem Kampf von Frauen, verkündete der Rat der Volksbeauftragten: „Alle Wahlen zu öffentlichen Körperschaften sind fortan nach dem gleichen, geheimen, direkten, allgemeinen Wahlrecht auf Grund des proportionalen Wahlsystems für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen zu vollziehen.“ Damit war der Grundstein gelegt und am 12. Januar 1919 zogen zum ersten Mal Frauen in den Bayerischen Landtag ein.

Doch auch in den folgenden 100 Jahren, hatten es Frauen nie leicht, gegenüber ihren männlichen Mitbürgern gleichgestellt zu werden: 1970 löste die SPD-Abgeordnete Lenelotte von Bothmer große Entrüstung aus, weil sie die erste Frau war, die anstelle eines Rocks mit einer Hose den Bundestag betrat. 1988 wurden wir als SPD wegen der „Einführung unsere Frauenquote“ von der CSU belächelt und verspottet, bis 22 Jahre später Sozialministerin Haderthauer mit großem innerparteilichen Gegenstimmen eine „Quote“ für Frauen in der CSU durchsetzte. Bis 1970 mussten Frauen ihre Männer um Erlaubnis bitten, Arbeiten zu gehen und bis 1997 war Vergewaltigung in der Ehe legal.

Auch heutzutage werden Frauen noch immer nicht gleich behandelt wie Männer. Im Schnitt verdient Frau 25% weniger als ihr männlicher Kollege. In den Vorstandschaften der größten Unternehmen dominieren Männer und auch der Deutsche Bundestag besteht zu lediglich 31% aus Frauen. Bezeichnend, wenn man bedenkt, dass in Deutschland etwa 2 Millionen mehr Frauen leben als Männer und 52% der Studierenden in Deutschland weiblich sind.

Deshalb liegt es an uns, weiterhin für die Gleichstellung von Frauen zu kämpfen.  Sozialdemokratische Frauen wie Annemarie Renger, Käte Strobel oder Renate Schmidt können hierfür Vorbilder sein. Annemarie Renger wurde 1972 als erste Frau zur Präsidentin des Bundestages gewählt und diese Aufgabe mit Bravour gemeistert. Nach vier Jahren Amtszeit sagte sie: „Ich habe in dieser Zeit erreicht, was ich wollte: Es ist bewiesen, dass eine Frau das kann!“

Käte Strobel war als Ministerin für Jugend, Familie und Gesundheit im 1. Kabinett von Willy Brandt Vorreiterin für sexuelle Aufklärung und erleichterte den Zugang zu Schwangerschaftsverhütungsmitteln. Und Renate Schmidt gilt als langjährige Fraktionsvorsitzende und Landesvorsitzende in Bayern, als Bundestagsvizepräsidentin und als Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bis heute als erfolgreichste Politikerin der BayernSPD.

Das alles zeigt: Frauen können auch verändern. Frauen können auch bewegen. Wir haben bereits viel geschafft, aber unser Ziel noch nicht erreicht. Politik ist viel zu wichtig, um sie allein den Männern zu  überlassen. Deswegen kämpfen wir als SPD in Bayern weiterhin für Gleichberechtigung.

 

Bildquellen

  • Frauenfoto: Admin 1

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