Flüchtlinge integrieren – Berufsausbildung ermöglichen!

Landtagsabgeordnete Helga Schmitt-Bussinger und der Schwabacher SPD-Vorsitzende Peter Reiß sehen durch unnötige bürokratische Hürden der bayerischen Staatsregierung die Integration von jungen Flüchtlingen gefährdet. Vertretern der Schwabacher Wirtschaft stellten sie ein gutes Zeugnis aus, was die Bereitschaft betrifft, junge Flüchtlinge einzustellen:

Helga Schmitt-Bussinger dankte den Schwabacher Unternehmen für deren Bereitschaft, Asylbewerber als Auszubildende zu übernehmen. Angeboten werden nicht nur Praktika, sondern eben auch Ausbildungsplätze. So würden mehrere Firmen, wie z.B. Memmert, Krawzyk, und Bergner gerne ab September junge Asylbewerber als Azubis übernehmen. Genau da gibt es große Unzufriedenheit. Denn ein Ausbildungsvertrag kann erst im Mai abgeschlossen werden. Bis dahin herrscht bei allen Beteiligten Unsicherheit; v.a. bei den jugendlichen Flüchtlingen, die Angst haben, vorher abgeschoben zu werden. Frau Höfler vom Diakonischen Werk brachte es auf den Punkt: „Es ist ein Unding, erst drei Monate vor Ausbildungsbeginn einen Ausbildungsvertrag abschließen zu können.“ Herr Oberst, Personalchef der Firma RIBE ergänzte: „Wir suchen uns unsere Azubis mindestens ein Jahr vor Beginn der Ausbildung aus und machen auch gleich die Verträge.“ Friseurmeister Marcel Schneider konnte von seinem erfolgreichen Engagement für einen jungen Afghanen berichten, der im September seine Ausbildung zum Friseur beginnen kann und derzeit bereits ein Praktikum bei ihm absolviert. Schneider: „Ich bin stolz darauf, gegen viele Widerstände für Mohammed eine Ausbildungsperspektive durchgefochten zu haben.“

Dr. Rezarta Reimann, die sich sowohl bei der AWO Roth-Schwabach als auch bei der Integrationsstiftung für jugendliche Asylsuchende einsetzt, sprach die Sondersituation für Flüchtlinge aus Afghanistan an: „Es ist nicht zu verstehen, dass Flüchtlinge nach Afghanistan zurückgeschickt werden können. Dort gibt es keine Sicherheit. Unsere jungen afghanischen Flüchtlinge fürchten, abgeschoben zu werden. Sie fürchten, dass ihre Chance, hier in Deutschland einen Beruf erlernen zu können, zunichte gemacht wird.“

Schmitt-Bussinger: „Die Interpretation der bayerischen Staatsregierung zum Asylpaket II und Integrationsgesetz der Bundesregierung kehren die eigentliche Intention ins Gegenteil um.“ Ziel der Bundesregierung war es, Flüchtlingen, die in Ausbildung stehen, oder beabsichtigten eine Ausbildung zu beginnen, einen sicheren Aufenthaltsstatus für die dreijährige Ausbildung und zwei Jahre Arbeit zu gewähren. „Bayern interpretiert aus politischen Gründen das Gesetz so restriktiv, dass eine Duldung zum Zweck der Ausbildung erschwert wird. Das führt – das haben mir Sozialverbände und Arbeitgeber bestätigt – zumindest zu großer Verunsicherung bei allen.“

Die Koalitionsparteien im Bund hatten klare Vorgaben und gesetzliche Regelungen geschaffen, um für Flüchtlinge in Ausbildung (oder beabsichtigter Ausbildung) einen sicheren Aufenthaltsstatus für die Ausbildung (+2 Jahre Arbeit) zu gewähren. Vorausgegangen war der „Integrationspakt“ zwischen Wirtschaftsverbänden und Politik – auch der Bayer. Staatsregierung -, in dem man sich bspw. in Bayern verpflichtete, bis 2019 60.000 Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

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