Schwabacher Polizei trotz einiger Probleme gut aufgestellt

SPD-Abgeordnete Schmitt-Bussinger und Landtagskandidatin Claudia Arabackyj zu Besuch in der Polizeiinspektion Schwabach – Personal fehlt überall, aber die Staatsregierung setzt den finanziellen Schwerpunkt auf Pferde
Wenig Nachwuchs, nicht ausgleichbare Pensionsabgänge, zusätzliche Arbeit, zu wenig Personal. Dass die Bayerische Polizei einige Mängel hat, macht sich auch in Schwabach bemerkbar, wie Landtagsabgeordnete Helga Schmitt-Bussinger und Nachfolgekandidatin Claudia Arabackyj bei einem Besuch auf der Polizeiinspektion (PI) und einem Gespräch mit der Polizeiführung erfuhren.

Dort herrschen ähnliche Probleme, wie bei anderen Polizeiinspektionen auch: zu wenig Nachwuchs, vermehrte Ruhestandsversetzungen, marode Schießstände – alles Probleme, mit denen auch die Schwabacher Polizei zu kämpfen hat. Nach der Schließung der PI Feucht – wie damals versprochen – wurden acht Mitarbeiter von der ehemaligen PI Feucht zur PI Schwabach versetzt. Mittlerweile ist diese Personalmehrung aber durch Schwangerschaften, Dauererkrankungen, Abordnungen, etc. weitgehend abgeschmolzen.

Zudem stellen neue Aufgaben auch die Beamten der Schwabacher Inspektion vor große Herausforderungen. „Vor allem die Bereiche Cyberkriminalität und Häusliche Gewalt benötigen in der heutigen Zeit viel mehr Aufmerksamkeit als noch vor einigen Jahren. Dafür wird natürlich Personal benötigt, das aus anderen Feldern abgezogen wird und dann nicht mehr im normalen Streifendienst eingesetzt werden kann“, erläutert PI-Chef Erwin Leitner.

Die Chefin der Schwabacher Kriminalpolizei, Cora Miguletz, wies darauf hin, dass gerade im Bereich „Cybercrime“ noch nicht genügend fachlich qualifizierte Beamte zur Verfügung stünden. Dennoch, so versicherten die beiden Dienststellenleiter, handele es sich bei Inspektion und Kriminalpolizeiinspektion Schwabach um zwei sehr leistungsfähige Dienststellen, die ihren Auftrag, für die Sicherheit in und rund um Schwabach zu sorgen, uneingeschränkt erfüllen könnten.

Der Schießstand der Schwabacher Polizei läuft seit geraumer Zeit nur noch im „Notbetrieb“. An diesem trainieren die Ausbilder mittlerweile mit sogenannten „Dosimetern“. Diese Sensoren messen die Schadstoffbelastung im Raum. Ab einer bestimmten Anzahl an Schüssen, piepst das Gerät und die Beamten müssen aus Gründen des Gesundheitsschutzes das Training pausieren. Da diese „Übergangslösung“ schon seit zwei Jahren andauert, ist man in der PI Schwabach sehr froh, dass nun endlich der Bau eines Polizeieinsatz (PE)-Zentrums für Mittelfranken angekündigt wurde. Dort könnten alle Polizisten im Umkreis an einem Ort gebündelt ihre verpflichtenden Schießübungen absolvieren. Ein entsprechendes Konzept lag dem Bayerischen Innenministerium hierfür auch seit Längerem vor – nun soll es bis 2023 in Schwaig gebaut werden. Bis dahin müssen die Polizisten weiterhin auf den „Notbetrieb“ zurückgreifen.

Ansonsten wiesen alle Beamten unisono auf die mittlerweile sehr gute Sachausstattung der Polizei hin. Moderne Fahrzeuge, neue Uniform, Digitalfunk, neue Dienstwaffen, gute EDV-Ausstattung – insgesamt fühlen sich die Beamtinnen und Beamten hier sehr gut für ihre Aufgaben gerüstet.

Nicht unkritisch gesehen wird die Idee, in jeder größeren Stadt eine Pferdestaffel einzurichten. Hierzu befürchtet Erster Polizeihauptkommissar Jörg Truxa, dass diese Einheit noch mehr, auf den Basisdienststellen dringend benötigtes Personal abschöpft. Das erforderliche Personal würde er lieber bei sich auf der Dienststelle im Schichtdienst einsetzen. Außerdem sähe er zumindest für die Schwabacher Veranstaltungen kaum geeignete Einsatzmöglichkeiten für Dienstpferde.

Personalrat Dietmar Kocher wies darauf hin, dass Schwabach im Vergleich zu kleineren Polizeiinspektionen wie in Hilpoltstein, Treuchtlingen oder Dinkelsbühl noch Glück habe. Dort führe die dünne Personaldecke schnell zu eingeschränkter Funktionsfähigkeit beim Rund-um-die-Uhr-Schichtdienst. Dies sei bei einer mittelgroßen Dienststelle wie Schwabach, wo zudem noch Einsatzzug und Zivile Einsatzgruppe vor Ort unterstützen könnten, glücklicherweise nicht der Fall.  Landtagsabgeordnete Schmitt-Bussinger sieht auf jeden Fall Handlungsbedarf: „Es kann nicht sein, dass Polizeiinspektionen unterbesetzt sind und keine voll funktionsfähigen Schießanlagen zur Verfügung stehen, weil die Gelder lieber für Pferdestaffeln und für Handgranaten ausgegeben werden. Hier muss die Staatsregierung endlich mal in die Gänge kommen!“

In den vergangenen Jahren war die SPD-Landtagsabgeordnete des Öfteren zu Gast in der PI Schwabach, um den Anliegen der Polizisten auch im Landtag Gehör verschaffen zu können. Da sie am Ende der Legislaturperiode nicht mehr antreten wird, hofft Claudia Arabackyj, stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Nürnberger Stadtrat, diese Gesprächsrunden in den kommenden Jahren als Landtagsabgeordnete für Nürnberg-Süd und Schwabach fortsetzen zu können. Vielleicht überlegt sie sich auch selbst noch in die schöne Goldschlägerstadt zu ziehen. Denn: „Wer einmal in Schwabach ist, will hier einfach nicht mehr weg“, meint auch Personalrat Kocher.

Im Bild v.l.n.r.: Helga Schmitt-Bussinger, Dietmar Kocher, Cora Miguletz, Erwin Leitner, Claudia Arabackyj, Jörg Truxa.

Nürnberg, 29. Juni 2018

 

Für Rückfragen erreichen Sie Helga Schmitt-Bussinger unter 0171-867 0000

Bildquellen

  • Besuch PI SC: Admin 1

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