SPD fordert doppelt so viel Geld für Frauenhäuser und Beratung

Die SPD-Landtagsfraktion fordert anlässlich des Aktionstages zur Gewalt gegen Frauen (25. November), die Mittel für Frauenhäuser, Notrufe und Beratung in Bayern zu verdoppeln. „140.000 Frauen in Bayern werden jedes Jahr Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt. Jede vierte Frau in Deutschland wurde auch daheim schon geschlagen – die Dunkelziffer dürfte noch sehr viel höher liegen. Und die Frauenhäuser und Frauennotrufe werden dem Bedarf längst nicht gerecht. Die Erhöhung von nur einer Million Euro im Nachtragshaushalt, zu der sich die Staatsregierung anlässlich der bevorstehenden Wahlen wohl endlich gezwungen sah, reicht vorne und hinten nicht aus. Nötig sind mindestens zwei Millionen Euro mehr,“ erläutert die Schwabacher Landtagsabgeordnete Helga Schmitt-Bussinger.

Die Verzweiflung der Mitarbeiterinnen in den Frauenhäusern kann man hautnah erleben: „Jede zweite schutzssuchende Frau muss abgewiesen werden, weil weder der Platz noch die Ressourcen noch das Personal auch nur annähernd ausreichen. Man muss sich das vorstellen: Eine misshandelte Frau hat endlich den Mut, Hilfe zu suchen – was oft eine riesige Hürde darstellt, weil sie höchstwahrscheinlich nicht nur physisch, sondern auch psychisch misshandelt wurde. Und dann wird sie quasi nach Hause zurückgeschickt, weil der reiche Freistaat kein Geld locker machen wollte, das ist ein Skandal!“

Gemäß einer vom Sozialministerium selbst in Auftrag gegebenen Studie gibt es in 40 Frauenhäusern in Bayern derzeit 367 Plätze für Frauen und 456 Plätze für Kinder. Damit kommt ein Frauenhaus-Platz auf 10.000 Einwohner.

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