Der haushaltspolitische Sprecher der BayernSPD-Landtagsfraktion Volkmar Halbleib und die kommunalpolitische Sprecherin Helga Schmitt-Bussinger sehen angesichts des Vorstoßes der Wunsiedeler Bürgermeister erhöhten Handlungsbedarf seitens des Finanzministers, finanzschwachen Kommunen in Bayern endlich unter die Arme zu greifen. “Die Idee, die Kreisumlage für fünf Jahre vom Freistaat übernehmen zu lassen und die Ersparnis in Schulgentilgung und Investitionen zu stecken, beweist: Die Staatsregierung hat Jahrzehnte lang ihre Kommunen im Regen stehen lassen. Jetzt ist dringender Handlungsbedarf gegeben!”, so Schmitt-Bussinger. “Die Kommunen müssen endlich wieder handlungsfähig werden.” Weiterlesen
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Erhöhung des kommunalen Finanzausgleichs positiv
Angesichts der angespannten Kommunalfinanzen in Bayern hält die Kommunalexpertin Helga Schmitt-Bussinger das Ergebnis für den kommunalen Finanzausgleich 2012 für gut. Schmitt-Bussinger: „Es ist ein erfreuliches Ergebnis für Dr. Ulrich Maly und die übrigen drei Vertreter der kommunalen Spitzenverbände. Der kommunale Finanzausgleich 2012 in Höhe von gut 7,2 Milliarden Euro ist auch bitter nötig für die Städte und Gemeinden in Bayern, da allein die Kosten für die Sozialhilfe jedes Jahr um fast 250 Millionen Euro steigen.“
Der SPD-Haushaltsexperte Paul Wengert kommentiert das Ergebnis folgendermaßen: „Das Plus für die Kommunen ist ein Schritt in die richtige Richtung, der überfällig war und von der SPD längst eingefordert wird, denn Bayern ist Schlusslicht, was die Beteiligung seiner Kommunen am Steuerverbund betrifft. Die Erhöhung der Finanzzuweisung spiegelt nur den ständigen Aufgabenzuwachs wider. Das ist kein Geschenk des Freistaats, sondern zwingende Konsequenz der kommunalen Aufgabenfülle.“
Doch die Lage der Kommunen muss dauerhaft verbessert werden und darf nicht zum Großteil vom Wohlwollen des Finanzministers abhängen. Schmitt-Bussinger: „Wir brauchen eine deutliche Erhöhung des Kommunalanteils am Allgemeinen Steuerverbund durch eine spürbare Anhebung der Verbundquote in Richtung 15 Prozent. Der heuer getätigte Schritt von 12,2 auf 12,5 Prozent ist wie der Tropfen auf den heißen Stein.“ Notwendig, so Schmitt-Bussinger, wäre außerdem eine substantielle Erhöhung des kommunalen Anteils am Kraftfahrzeugsteuerverbund, eine angemessene Erstattungsquote bei der Schülerbeförderung und den Sozialhilfeausgleich für die Bezirke.
Die beiden SPD-Politiker fordern CSU und FDP auf, ihre Steuersenkungspläne auf Bundeseben zu beenden, um die Kommunalfinanzen nicht noch zusätzlich zu schwächen. „Bereits das Wachstumsbeschleunigungsgesetz von Schwarz-Gelb hat die bayerischen Kommunen rund 600 Millionen Euro gekostet. Es muss Schluss sein mit Steuersenkungen auf Pump und zu Lasten der Kommunen.“
Freistaat muss Mittelfranken helfen!
Der Freistaat Bayern darf sich 2012 über deutliche Steuermehreinnahmen in Höhe von 1,78 Milliarden Euro freuen. „Jetzt ist die Chance da, dem Bezirk Mittelfranken mehr Finanzmittel zu gewähren“, fordert Schmitt-Bussinger. In einem Schreiben an den Präsidenten des Verbandes der bayerischen Bezirke bittet Mittelfrankens Bezirkstagspräsident Richard Bartsch um eine Erhöhung der Verteilungsmasse gem Art. 15 FAG durch den Freistaat. „Wir stehen hinter dieser Forderung von zusätzlichen 80 Millionen Euro für die Bezirke. Bei den morgigen Gesprächen zum Finanzausgleich hätte der Freistaat die Chance, die Bezirke zu unterstützen. Bei einer Erhöhung der Mittel um 80 Millionen Euro würde Mittelfranken etwa 12 Millionen Euro mehr erhalten.“Wegen der mangelnden Beteiligung des Freistaats an den gestiegenen Kosten des Bezirks muss allein die Stadt Nürnberg im aktuellen Haushalt zusätzlich 20 Millionen Euro an den Bezirk zahlen. Schmitt-Bussinger: „20 Millionen Euro zusätzlich ist eine enorme Belastung für die Stadt, das sind keine Peanuts. Weil der Freistaat sich vornehm zurückhält und die Finanzmittel einbehält, muss die Stadt jeden Euro zweimal umdrehen. Unverschämt und unsozial ist das, man kann es nicht anders sagen. Wenn der Freistaat sich morgen bewegt, würde das Nürnberg ganz wesentlich entlasten.“ Die steten Kostensteigerungen der Sozialhilfe haben in den letzten fünf Jahren die mittelfränkischen Städte, Landkreise und Gemeinden alleine geschultert. Der Freistaat hat sich nicht beteiligt. Weiterlesen